Astaghfirullah: Bedeutung, Schreibweise und wie oft man es sagt

Astaghfirullah bedeutet „Ich bitte Allah um Vergebung“. Bedeutung auf Deutsch, arabische Schreibweise, Aussprache, die vollständige Formel wa atubu ilaih und wie oft man sie täglich spricht.

Astaghfirullah (أَسْتَغْفِرُ اللَّهَ) bedeutet „Ich bitte Allah um Vergebung“. Es ist die gebräuchlichste Formel des Istighfar und wird nach einem Fehler gesprochen, in den täglichen Adhkar oder einfach zwischendurch als Gedenken. Sie steht für sich allein und wird häufig um „wa atubu ilaih“ erweitert, „und ich wende mich Ihm reuig zu“.

Was bedeutet Astaghfirullah?

Das Wort besteht aus zwei Teilen: astaghfiru, „ich bitte um Vergebung“, und Allah, der göttliche Name. Wörtlich heißt es also „ich bitte Allah um Vergebung“, gelegentlich auch mit „möge Allah mir vergeben“ wiedergegeben.

Das Verb geht auf die arabische Wurzel gh-f-r (غ ف ر) zurück, die den Gedanken des Bedeckens und Verhüllens trägt. Um Vergebung bitten heißt in dieser Sprache also: Allah bitten, den Fehler zu bedecken, statt ihn offenzulegen. Aus derselben Wurzel stammen das Wort Istighfar (استغفار), das die Handlung selbst bezeichnet, und al-Ghafur, „der Allvergebende“, einer der Namen Allahs.

Astaghfirullah auf Deutsch

Die gebräuchliche deutsche Übersetzung lautet „Ich bitte Allah um Vergebung“. Man findet auch „Ich erbitte Allahs Vergebung“ oder „Allah möge mir vergeben“. Alle drei geben denselben Sinn wieder; die erste bleibt am nächsten am arabischen Wortlaut, weil dort tatsächlich ein Ich steht, das bittet, und kein Wunsch in der dritten Person.

Wie schreibt man Astaghfirullah?

Auf Arabisch schreibt man أَسْتَغْفِرُ اللَّهَ. Es gibt nur diese eine arabische Schreibweise, während die Umschrift in lateinischen Buchstaben stark schwankt: Astaghfirullah, Astagfirullah, Estaghfirullah, Astaghfirulah oder getrennt Astaghfir Allah. Keine davon ist an sich falsch, denn es geht nur darum, arabische Laute mit einem Alphabet wiederzugeben, das dafür nicht gemacht wurde.

Die Aussprache schwankt dagegen nicht: as-tagh-fi-ru-LLAH, mit der Betonung auf der letzten Silbe. Der einzige Laut, der etwas Übung verlangt, ist das gh (غ). Es entsteht weit hinten im Rachen und liegt nahe am geriebenen deutschen r, nur weicher als ein ch.

„Starfoullah“: woher diese Aussprache kommt

Starfoullah, das man in der Umgangssprache häufig hört, ist kein anderes Bittgebet. Es ist Astaghfirullah, schnell gesprochen und um die ersten Silben verkürzt. Gemeint ist dasselbe, und niemand sagt starfoullah in der Absicht, etwas anderes zu sagen.

Dennoch ist es besser, die Formel ganz auszusprechen. Zum einen verschluckt die Verkürzung das Verb astaghfiru und damit die Bitte selbst, sodass nur noch ein Ausruf übrig bleibt. Zum anderen enthält die Formel den Namen Allahs, und den spricht man besser deutlich aus. Sich die Zeit für die vollständige Formel zu nehmen, macht aus einer Redensart wieder ein Bittgebet.

Astaghfirullah wa atubu ilaih: die vollständige Formel

Die lange Fassung fügt der Bitte um Vergebung die Reue hinzu. Man begegnet ihr in mehreren Umschriften, wa atubu ilaih oder wa atubu ilayhi, bei ein und demselben arabischen Text.

100

Kurze Formel

أَسْتَغْفِرُ اللَّهَ

Astaghfirullah

Ich bitte Allah um Vergebung

100

Vollständige Formel

أَسْتَغْفِرُ اللَّهَ وَأَتُوبُ إِلَيْهِ

Astaghfirullah wa atubu ilaih

Ich bitte Allah um Vergebung und wende mich Ihm reuig zu

Der Unterschied ist nicht nur eine Frage der Länge. Um Vergebung bitten richtet sich auf die vergangene Verfehlung, Reue verpflichtet für die Zukunft. Die vollständige Formel sagt beides auf einmal, und deshalb wird sie besonders dann empfohlen, wenn das Bittgebet auf einen konkreten Fehler folgt.

Wie oft sagt man Astaghfirullah?

Eine feste Pflichtzahl gibt es nicht. Zwei Hadithe geben jedoch das Maß dessen an, was der Prophet (Friede und Segen seien auf ihm) selbst tat, und an ihnen orientiert man sich gewöhnlich.

Abu Huraira (möge Allah mit ihm zufrieden sein) berichtet, ihn sagen gehört zu haben: „Bei Allah, ich bitte Allah um Vergebung und wende mich Ihm reuig zu mehr als siebzigmal am Tag“ (Sahih al-Bukhari, Nr. 6307). In einem zweiten Hadith, überliefert von al-Agharr al-Muzani (möge Allah mit ihm zufrieden sein), heißt es: „Mein Herz wird bisweilen bedeckt, und ich bitte Allah hundertmal am Tag um Vergebung“ (Sahih Muslim, Nr. 2702a).

Siebzig und hundert sind daher die beiden gebräuchlichen Richtwerte. Daneben gibt es eine kürzere, sehr regelmäßige Gewohnheit: Thawban (möge Allah mit ihm zufrieden sein) berichtet, dass der Prophet (Friede und Segen seien auf ihm) nach dem Gebet dreimal um Vergebung bat, bevor er „Allahumma anta as-Salam“ sprach (Sahih Muslim, Nr. 591). Daher kommt der Brauch, nach jedem Pflichtgebet dreimal Astaghfirullah zu sagen.

Hundertmal am Tag klingt nach wenig, bis man es tatsächlich versucht. Die Schwierigkeit liegt nicht im Sprechen, sondern darin, den Zähler im Kopf zu behalten und am nächsten Tag wieder anzufangen.

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Wann sagt man Astaghfirullah?

Nach einem Fehler, groß oder klein, ist es die erste Antwort. Unmittelbar nach jedem Pflichtgebet, dreimal. Morgens und abends in den Adhkar. Im letzten Drittel der Nacht, einem Zeitpunkt, den der Koran ausdrücklich mit denen verbindet, die um Vergebung bitten (Al-Imran, 3:17). Und darüber hinaus als fortlaufendes Gedenken, im Gehen, bei der Arbeit, ohne besonderen Anlass.

Die Vorzüge des Istighfar

Die meistzitierte Stelle steht in der Sure Nuh, wo der Prophet Nuh (Friede sei auf ihm) sein Volk zur Vergebung ruft und aufzählt, was daraus folgt: „Bittet euren Herrn um Vergebung, Er ist ja stets bereit zu vergeben; so wird Er den Himmel über euch ergiebig regnen lassen, euch mit Gütern und Söhnen mehren und euch Gärten und Flüsse geben“ (Nuh, 71:10-12).

Bemerkenswert daran ist, dass die genannten Folgen nicht nur geistlicher Art sind. Regen, Güter, Kinder und Gärten gehören zum Leben im Diesseits. Das Istighfar erscheint hier als etwas, das eine Blockade löst, und nicht allein als das, was eine Schuld tilgt.

Häufig wird dazu ein Hadith von Ibn Abbas (möge Allah mit ihm zufrieden sein) angeführt: Wer beständig um Vergebung bittet, dem schafft Allah aus jeder Enge einen Ausweg und aus jeder Sorge eine Erleichterung und versorgt ihn von dort, woher er nicht damit rechnet (Sunan Abu Dawud, Nr. 1518). Dazu gehört die Anmerkung, dass dieser Hadith von al-Albani als schwach (da'if) eingestuft wird. Sein Sinn deckt sich mit der Stelle aus der Sure Nuh, die ihrerseits außer Frage steht, doch man sollte ihn kennen, wie er ist.

Sayyid al-Istighfar, die vorzüglichste Formel

Über die kurze Formel hinaus gibt es ein Bittgebet, das der Prophet (Friede und Segen seien auf ihm) selbst Sayyid al-Istighfar nannte, „das Vorzüglichste der Vergebungsbitten“. Schaddad ibn Aus (möge Allah mit ihm zufrieden sein) überliefert die Verheißung: Wer es am Tage mit fester Überzeugung spricht und noch vor dem Abend stirbt, oder es in der Nacht spricht und vor dem Morgen stirbt, gehört zu den Leuten des Paradieses (Sahih al-Bukhari, Nr. 6306).

Sayyid al-Istighfar

اللَّهُمَّ أَنْتَ رَبِّي، لَا إِلَهَ إِلَّا أَنْتَ، خَلَقْتَنِي وَأَنَا عَبْدُكَ، وَأَنَا عَلَى عَهْدِكَ وَوَعْدِكَ مَا اسْتَطَعْتُ، أَعُوذُ بِكَ مِنْ شَرِّ مَا صَنَعْتُ، أَبُوءُ لَكَ بِنِعْمَتِكَ عَلَيَّ وَأَبُوءُ لَكَ بِذَنْبِي، فَاغْفِرْ لِي، فَإِنَّهُ لَا يَغْفِرُ الذُّنُوبَ إِلَّا أَنْتَ

Allahumma anta Rabbi, la ilaha illa anta, chalaqtani wa ana abduk, wa ana ala ahdika wa wa'dika ma istata'tu, a'udhu bika min scharri ma sana'tu, abu'u laka bi ni'matika alayya, wa abu'u laka bi dhanbi, faghfir li, fa innahu la yaghfiru dh-dhunuba illa anta

O Allah, Du bist mein Herr, es gibt keinen Gott außer Dir. Du hast mich erschaffen, und ich bin Dein Diener. Ich halte an Deinem Bund und Deinem Versprechen fest, so gut ich kann. Ich suche Zuflucht bei Dir vor dem Übel dessen, was ich getan habe. Ich bekenne Deine Gnade mir gegenüber und ich bekenne meine Sünde. So vergib mir, denn niemand vergibt die Sünden außer Dir.

Es wird einmal am Morgen und einmal am Abend gesprochen. Anders als die kurze Formel ist es nicht dafür gedacht, in Serie wiederholt zu werden: Seine Länge und das, was es anerkennt, machen seinen Rang aus.